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Bündnis Freie Bildung auf dem OERcamp Nord

3. Juli 2017 - veröffentlicht in Veranstaltungen -

Am 23. und 24. Juni 2017 fand das dritte OERcamp in Hamburg statt. An dem umfangreichen Programm beteiligten sich das Bündnis Freie Bildung (BfB) mit der Fortsetzung der Workshopreihe zu “OER in Deutschland: Bildungspolitik, Förderung und wie weiter”. Die Workshops hatten bereits in München und Köln auf den jeweiligen OERcamps stattgefunden. Da bildungspolitische Entscheidungen großen Einfluss auf den Erfolg bzw. Misserfolg von OER nehmen, sollte dort diskutiert werden, welche Rahmenbedingungen und Förderungen wir von der Politik erwarten. Die Ergebnisse werden gesammelt auf dem OERcamp Ost in Berlin am 27./28.11.2017 vor- und zur Diskussion gestellt, um dann anschließend an die Entscheidungsträger*innen kommuniziert zu werden.

In Hamburg beschäftigte die Teilnehmenden des Workshops vor allem die aktuelle OER-Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), deren geförderte Projekte seit Herbst 2016 bzw. Anfang des Jahres 2017 die Arbeit aufgenommen haben. Wie schon in München und Köln beschäftigte die Teilnehmer*innen auch in Hamburg die Frage nach der Laufzeit der Förderprojekte zur Sensibilisierung von Multiplikator*innen, die als zu kurz angesehen wird. Des Weiteren wurde diskutiert, dass zukünftige Förderrichtlinien sich explizit auch auf technische Innovationsentwicklung im OER-Bereich konzentrieren sollen. Außerdem sollte OER Bestandteil anderer Förderrichtlinien des Bundes sein, und damit auch subversiv verbreitet werden. Darüber hinaus wurde aber auch kurz über den Digitalpakt der Bundesregierung gesprochen und die Forderung, öffentlich finanzierte Inhalte als frei lizenzierte (Bildungs-)Inhalte verfügbar zu machen, erneuert. Hier wurden explizit das Jugendmedienangebot Funk der öffentlich-rechtlichen Sender angesprochen.

Die zentralen Ergebnisse des Workshops im Überblick:
Forderungen zur Förderrichtlinie OER des BMBF und zur Förderpolitik des Bundes allgemein:

  • Technische Entwicklungen fördern, z. B. Tools, die die Erstellung von OER unterstützen
  • Bei der Förderung der Sensibilisierung von Multiplikator*innen Kontinuität wahren, da es mehr als 18 Monate Zeit benötigt, um eine ausreichend große Gruppe fortzubilden.
  • Förderung der Erstellung von freien Inhalten: Es wird immer wieder betont, dass Lehrende eine Mindestmenge an freien Materialien benötigen, um OER sinnvoll in ihren Arbeitskontext einsetzen zu können. Es wird dafür plädiert, dass ein Grundstock an Materialien für alle Fächer finanziert wird, der dann entsprechend der Lehrpläne individualisiert werden kann.
  • Förderung ausweiten auf die außerinstitutionelle Bildung und neue Partner*innen gewinnen: Lebenslanges Lernen als wichtiger Baustein um OER weiter zu verbreiten. Dabei sind z. B. auch die öffentlichen Bibliotheken mitzudenken.
  • OER in andere Förderstrukturen des Bundes implementieren: “Don’t call it OER.” Subversiver Einbezug in Förderrichtlinien, z. B. in der Aus- und Fortbildung von Multiplikator*innen anderer Fachbereiche.

Allgemeine Anmerkungen

  • Entwicklung des Digitalpakts der Bundesregierung: Wie verhalten sich die Länder dazu? Wie sinnvoll sind die Konzepte, die die Bundesländer bis Ende 2017 einreichen sollen?

Hier findet ihr die Folien vom Workshop

Barcamp Session zu „OER und/oder Open Source?“
Gemeinsam mit Lambert Heller von der Technischen Informationsbibliothek Hannover organisierte das Bündnis Freie Bildung zudem die Fortführung der Diskussion zu “OER und/oder Open Source?” in Form einer Barcamp-Session am Samstagvormittag. Diese war wie auf dem OERcamp in Köln sehr gut besucht und die wichtigsten Stichpunkte dazu sind im Etherpad dokumentiert. Demnächst soll es dazu auch noch einen ausführlichen Beitrag geben, der die Diskussion zusammenfasst und auswertet.

Lizenzhinweis
„Bündnis Freie Bildung auf dem OERcamp Nord“ von „Valentin Münscher (Wikimedia Deutschland)“ steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz. Für Zitierungen reicht als Namensnennung „Bündnis Freie Bildung“. Sofern die Nutzung offline erfolgt, ist an den Hinweis die URL der Lizenz anzufügen: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.

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